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Fallrohr

Fallrohr richtig auswählen: Durchmesser und Größe berechnen

Der Fallrohrdurchmesser muss zur aufzunehmenden Wassermenge und zum Ablauf passen. Dachfläche, Regenspende, Anzahl der Abläufe und Rohrführung gehören deshalb zusammen. Eine reine Zuordnung nach dem Gebäudenamen ist keine verlässliche Berechnung.

Fallrohr richtig auswählen: Durchmesser und Größe berechnen

Der richtige Fallrohrdurchmesser hängt davon ab, wie viel Regenwasser über den jeweiligen Ablauf abgeführt werden muss. Entscheidend sind deshalb nicht nur Gebäudegröße oder Dachrinnenlänge, sondern vor allem die zu entwässernde Dachfläche je Fallrohr, die Anzahl der Abläufe und die gesamte Rohrführung.

In unserem Sortiment stehen Fallrohre mit Ø 60 mm, Ø 76 mm, Ø 87 mm und Ø 100 mm zur Auswahl. Einhangstutzen, Bögen, Schellen und weitere Fallrohrteile müssen anschließend zum gewählten Rohrdurchmesser passen.

Kurz erklärt
  • Dachfläche je Fallrohr betrachten, nicht nur die gesamte Dachfläche.
  • Dachrinnengröße und Fallrohrdurchmesser gemeinsam planen.
  • Ø 60, 76, 87 oder 100 mm nicht nur nach Gebäudeart auswählen.
  • Einhangstutzen, Bögen, Schellen und Rohrstücke im gleichen System kombinieren.
  • Bei mehreren Abläufen die zugehörige Dachfläche auf die einzelnen Fallrohre aufteilen.

Welche Fallrohrgröße brauche ich?

Der benötigte Fallrohrdurchmesser richtet sich danach, welche Wassermenge über einen bestimmten Ablauf abgeführt werden muss.

Dafür sollte nicht pauschal die gesamte Dachfläche des Gebäudes angesetzt werden. Entscheidend ist die Dachfläche, deren Regenwasser tatsächlich zu diesem einzelnen Einhangstutzen beziehungsweise Fallrohr gelangt.

Bei zwei Fallrohren kann sich die zu entwässernde Dachfläche beispielsweise auf beide Abläufe verteilen. Wie gleichmäßig diese Verteilung ausfällt, hängt vom Dach- und Rinnenverlauf ab.

Welche Fallrohrdurchmesser gibt es?

Für unterschiedliche Dachrinnen- und Entwässerungssysteme stehen verschiedene Rohrdurchmesser zur Verfügung.

Fallrohrgrößen Ø 60, 76, 87 und 100 mm
Fallrohr Systemgröße Darauf achten
Fallrohr Ø 60 mm Artikel ansehen → Kompakte Fallrohrgröße für entsprechend dimensionierte Dachentwässerungen. Einhangstutzen, Bögen, Schellen und Zubehör ebenfalls passend zu Ø 60 mm auswählen.
Fallrohr Ø 76 mm Artikel ansehen → Mittlere Rohrgröße für entsprechend abgestimmte Dachrinnen- und Fallrohrsysteme. Alle Anschluss- und Formteile passend zum Rohrdurchmesser kombinieren.
Fallrohr Ø 87 mm Artikel ansehen → Größere Fallrohrausführung für entsprechend dimensionierte Entwässerungssysteme. Rinnengröße, Einhangstutzen und Fallrohrbogen passend abstimmen.
Fallrohr Ø 100 mm Artikel ansehen → Große Fallrohrausführung für entsprechend geplante Dachentwässerungen. Auch der Ablauf aus der Dachrinne und die weiterführende Entwässerung müssen ausreichend dimensioniert sein.

Ein größerer Rohrdurchmesser bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Entwässerungssystem ausreichend dimensioniert ist. Ablauföffnung, Einhangstutzen, Dachrinne und weiterführende Leitung müssen gemeinsam betrachtet werden.

Welche Angaben brauche ich zur Berechnung des Fallrohrdurchmessers?

Für eine belastbare Auswahl des Fallrohrs werden mehrere Angaben benötigt.

Wichtige Angaben für die Auswahl der Fallrohrgröße
Angabe Was wird betrachtet? Warum wichtig?
Dachfläche Fläche, deren Regenwasser zu einem bestimmten Ablauf gelangt. Bestimmt maßgeblich die anfallende Wassermenge.
Anzahl der Fallrohre Wie viele Abläufe die betreffende Dachfläche entwässern. Die Wassermenge kann sich auf mehrere Fallrohre verteilen.
Dachform Zum Beispiel Pultdach, Satteldach oder komplexerer Grundriss. Bestimmt, welche Dachflächen zu welchen Dachrinnen und Abläufen entwässern.
Rinnengröße Größe der verwendeten Dachrinne. Rinne, Einhangstutzen und Fallrohr sollten als abgestimmtes System geplant werden.
Ablaufposition Lage des Einhangstutzens innerhalb des Rinnenverlaufs. Beeinflusst, welcher Rinnenabschnitt zu welchem Fallrohr entwässert.
Örtliche Regenbelastung Für die Bemessung relevante Regenspende am Standort. Starke Niederschläge erhöhen die erforderliche Abflussleistung.

Dachrinnengröße und Fallrohrgröße berechnen

Geben Sie Dachfläche, Dachrinnenlänge, Fallrohrposition und Ihr Bundesland ein. Der Rechner ermittelt daraus eine passende Dachrinnen- und Fallrohrgröße als Orientierung.

Nur die Dachfläche eingeben, deren Wasser tatsächlich in diesen Rinnenabschnitt beziehungsweise zu diesem Fallrohr fließt.
Länge des zusammenhängenden Rinnenabschnitts in Metern.
Bei einem mittigen Ablauf verkürzt sich der maximale Fließweg des Regenwassers.
Der Rechner verwendet daraus einen regionalen Orientierungswert. Für eine normgerechte Bemessung ist der konkrete Standort maßgeblich.
Empfohlene Systemgröße

Berechneter Regenabfluss –
Maximaler Fließweg –
Rechnerische Reserve –
Hinweis: Die Auswahl nach Bundesland ist bewusst vereinfacht. Die tatsächliche Starkregenbelastung ist standortbezogen und kann innerhalb eines Bundeslands unterschiedlich sein. Der Rechner dient deshalb als Orientierung und ersetzt keine vollständige hydraulische Bemessung.

Dachfläche je Fallrohr bestimmen

Für die Fallrohrbemessung ist nicht zwingend die gesamte Dachfläche entscheidend.

Bei einem Satteldach entwässert beispielsweise jede Dachseite in ihre eigene Dachrinne. Besitzt eine Rinnenseite wiederum mehrere Fallrohre, verteilt sich die zugehörige Dachfläche weiter auf diese Abläufe.

Deshalb sollte zunächst geklärt werden, welcher Teil der Dachfläche tatsächlich zu welchem Fallrohr entwässert.

Welches Fallrohr passt zu welcher Dachrinnengröße?

Dachrinne und Fallrohr sollten nicht unabhängig voneinander gewählt werden.

Je nach verwendeter Rinnengröße stehen passende Fallrohrdurchmesser und Einhangstutzen zur Verfügung.

Bei der Produktauswahl sollte deshalb immer geprüft werden, welche Kombination für das jeweilige System vorgesehen ist.

Mehr zur Auswahl der Dachrinne finden Sie in unserem Ratgeber Die richtige Dachrinnengröße für Ihr Dach finden.

Kann ich einfach ein größeres Fallrohr verwenden?

Ein größeres Fallrohr besitzt grundsätzlich mehr Querschnitt. Es löst jedoch nicht automatisch jedes Entwässerungsproblem.

Wenn beispielsweise die Ablauföffnung oder der Einhangstutzen deutlich kleiner dimensioniert sind, kann dort weiterhin eine Engstelle entstehen.

Auch eine zu kleine Dachrinne wird nicht dadurch leistungsfähiger, dass darunter ein größeres Rohr montiert wird.

Die komplette Kette sollte deshalb gemeinsam betrachtet werden:

  • Dachrinne,
  • Ablauföffnung,
  • Einhangstutzen,
  • Fallrohr,
  • weiterführender Ablauf.

Einhangstutzen passend zum Fallrohr auswählen

Der Einhangstutzen verbindet die Dachrinne mit dem Fallrohr.

Er muss deshalb zwei Anforderungen gleichzeitig erfüllen: Er muss zum Profil und zur Größe der Dachrinne sowie zum Durchmesser des Fallrohrs passen.

Nur den Fallrohrdurchmesser auszuwählen und anschließend irgendeinen Stutzen zu verwenden, ist deshalb nicht sinnvoll.

Fallrohrbögen in derselben Größe wählen

Wenn das Fallrohr vom Dachrinnenablauf zurück zur Fassade geführt wird, kommen häufig Fallrohrbögen zum Einsatz.

Diese müssen denselben Rohrdurchmesser wie die restliche Fallrohrleitung besitzen.

Das gilt auch für:

  • Zwischenstücke,
  • Steckmuffen,
  • Fallrohrschellen,
  • Abzweige,
  • Fallrohrklappen,
  • weitere Formteile.

Welche Fallrohrschelle brauche ich?

Auch die Schellengröße richtet sich nach dem Außendurchmesser des Fallrohrs.

Zusätzlich wird die Befestigungsart passend zum Gebäude gewählt. Je nach Wandaufbau können beispielsweise Einschlagstift, Stockschraube oder Wandplatte eingesetzt werden.

Mehr dazu finden Sie im Ratgeber Fallrohrschellen richtig montieren.

Vorhandenen Fallrohrdurchmesser richtig messen

Wenn ein bestehendes Fallrohr ergänzt oder ersetzt werden soll, sollte der vorhandene Durchmesser direkt am Rohr bestimmt werden.

Messen Sie möglichst an einem geraden normalen Rohrabschnitt.

Eine aufgeweitete Muffe besitzt einen größeren Außendurchmesser und kann deshalb zu einem falschen Messergebnis führen.

Das gemessene Maß kann anschließend mit den verfügbaren Produktgrößen Ø 60, 76, 87 und 100 mm abgeglichen werden.

Fallrohr nicht anhand eines Fotos bestimmen

Rohrgrößen können auf Fotos sehr ähnlich aussehen. Perspektive, Entfernung und fehlende Referenzmaße machen eine sichere Bestimmung meist unmöglich.

Wenn der vorhandene Durchmesser nicht bekannt ist, sollte deshalb direkt am Rohr gemessen werden.

Alternativ können vorhandene Produktkennzeichnungen oder technische Unterlagen zur Anlage geprüft werden.

Mehrere Fallrohre – wird dadurch ein kleinerer Durchmesser möglich?

Mehrere Abläufe können die Wassermenge auf mehrere Fallrohre verteilen.

Entscheidend ist jedoch, wie die Dachfläche tatsächlich auf diese Abläufe aufgeteilt wird.

Zwei Fallrohre bedeuten nicht automatisch, dass jedes Rohr exakt die Hälfte der gesamten Wassermenge übernimmt. Lage der Abläufe, Rinnenverlauf und Gefälle spielen ebenfalls eine Rolle.

Fallrohrabzweig richtig dimensionieren

Wenn eine zweite Rohrleitung über einen Fallrohrabzweig in ein Hauptfallrohr eingeleitet wird, erhöht sich die Wassermenge unterhalb der Zusammenführung.

Deshalb sollten Hauptleitung und weiterführende Entwässerung darauf ausgelegt sein, die gesamte zusammengeführte Wassermenge aufzunehmen.

Nur die Anschlussdurchmesser mechanisch passend zusammenzustecken reicht für eine sichere Dimensionierung nicht aus.

Was passiert bei einem zu kleinen Fallrohr?

Ist das Fallrohr für die anfallende Wassermenge zu klein oder liegt an anderer Stelle eine Engstelle vor, kann sich Wasser im Bereich des Ablaufs zurückstauen.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Wasser steht rund um den Einhangstutzen,
  • Dachrinne läuft bei starkem Regen über,
  • Fallrohr kann die Wassermenge sichtbar nicht schnell genug ableiten,
  • Rückstau tritt trotz sauberer Rinne wiederholt auf.

Dabei sollte immer auch geprüft werden, ob eine Verstopfung oder ein Problem im weiterführenden Ablauf vorliegt.

Fallrohrdurchmesser bei bestehender Dachrinne ändern

Soll bei einer vorhandenen Dachrinne ein anderer Fallrohrdurchmesser eingesetzt werden, müssen die angrenzenden Bauteile ebenfalls überprüft werden.

Dazu gehören insbesondere:

  • Einhangstutzen,
  • Ablauföffnung,
  • Fallrohrbögen,
  • Schellen,
  • Steckverbindungen,
  • Standrohr oder anderer unterer Anschluss.

Ein Wechsel des Rohrdurchmessers betrifft deshalb häufig mehr als nur das senkrechte Rohrstück.

Fallrohrgröße im Komplettpaket auswählen

Bei unserem Dachrinnen-Komplettpaket können Dachrinnengröße und Fallrohrdurchmesser direkt bei der Zusammenstellung berücksichtigt werden.

Zusätzlich lassen sich Fallrohrhöhe, Dachüberstand und weitere Komponenten passend zur Einbausituation auswählen.

Für komplexere Dachformen kann die gesamte Dachentwässerung über unseren 3D-Dachrinnen-Konfigurator geplant werden.

Häufige Fehler bei der Wahl des Fallrohrdurchmessers

  • Fallrohrgröße nur anhand der Gebäudeart wählen.
  • Gesamte Dachfläche ansetzen, obwohl mehrere getrennte Abläufe vorhanden sind.
  • Nur das Fallrohr vergrößern und den Einhangstutzen ignorieren.
  • Rinnengröße und Fallrohrdurchmesser unabhängig voneinander auswählen.
  • Fallrohrbogen oder Schelle in einer anderen Rohrgröße bestellen.
  • Durchmesser an der aufgeweiteten Muffe messen.
  • Rohrgröße anhand eines Fotos schätzen.
  • Bei einem Abzweig die zusätzliche Wassermenge nicht berücksichtigen.

Die erforderliche Größe einer Dachentwässerung hängt von Dachfläche, örtlicher Regenbelastung, Anzahl und Position der Abläufe sowie der gesamten Wasserführung ab. Bei einer belastbaren hydraulischen Dimensionierung oder besonderen Dachflächen sollte die Auslegung fachlich geprüft werden.

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