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10 teilige Dachrinne

Welche Dachrinne brauche ich?

Die richtige Dachrinne ist mehr als ein passendes Stück Metall. Entscheidend sind Entwässerungsleistung, Dachgeometrie, Befestigung und der gewünschte Vorbereitungsgrad. Mit diesen vier Entscheidungen lässt sich das benötigte System übersichtlich zusammenstellen.

Welche Dachrinne brauche ich?

Welche Dachrinne die richtige ist, hängt nicht nur von der Länge der Dachkante ab. Entscheidend sind vor allem Dachfläche, gewünschte Rinnengröße, Fallrohrdurchmesser, Gebäudegeometrie, Befestigungsart und die Frage, wie viele Arbeiten bereits vor der Lieferung vorbereitet werden sollen.

Für einen einfachen geraden Dachabschnitt kann ein Dachrinnen-Komplettpaket die Auswahl deutlich vereinfachen. Bei mehreren Dachseiten, Innen- und Außenecken oder mehreren Fallrohren ist eine vollständige Planung des Rinnenverlaufs sinnvoll.

Kurz erklärt
  • Zuerst Dachfläche und Wasserweg klären.
  • Passende Dachrinnengröße und Fallrohrdurchmesser gemeinsam auswählen.
  • Dachkante, Fallrohrposition und Dachüberstand exakt ausmessen.
  • Dachrinnenhalter passend zur vorhandenen Befestigungsmöglichkeit wählen.
  • Entscheiden, ob Endstücke und Ablauföffnungen bereits vorbereitet geliefert werden sollen.

Welche Dachrinne brauche ich?

Die richtige Dachrinne ergibt sich aus mehreren Entscheidungen. Nur nach Länge oder Gebäudeart auszuwählen, reicht nicht aus.

Die wichtigsten Entscheidungen bei der Auswahl einer Dachrinne
Frage Warum wichtig? Was festlegen?
Wie viel Wasser fällt an? Die zu entwässernde Dachfläche beeinflusst die benötigte Leistungsfähigkeit. Passende Dachrinnen- und Fallrohrgröße bestimmen.
Wie lang ist der Rinnenverlauf? Die Gesamtlänge bestimmt Anzahl und Aufteilung der Rinnenstücke. Dachkante beziehungsweise Trauflänge messen.
Wo sitzt das Fallrohr? Die Ablaufposition beeinflusst Gefälle und Rohrführung. Ablaufposition eindeutig festlegen.
Wie wird die Rinne befestigt? Nicht jeder Dachrinnenhalter passt zu jeder Dachkonstruktion. Standard-, Stirnbrett- oder verstellbare Halter auswählen.
Wie viel soll vorbereitet sein? Vorbereitete Bauteile können Arbeitsschritte bei der Montage reduzieren. Endstück, Ablauföffnung und Einhangstutzen gegebenenfalls vormontiert bestellen.

1. Dachfläche und Entwässerungsleistung bestimmen

Bevor die Rinnengröße gewählt wird, sollte geklärt werden, welche Dachfläche tatsächlich zu welchem Ablauf entwässert.

Relevant sind unter anderem:

  • zu entwässernde Dachfläche,
  • Anzahl der Fallrohre,
  • Position der Abläufe,
  • Rinnenverlauf,
  • örtliche Regenbelastung.

Ein kleines Gebäude benötigt deshalb nicht automatisch die kleinste Dachrinne. Umgekehrt ist die größte verfügbare Rinne nicht grundsätzlich die beste Wahl.

2. Die richtige Dachrinnengröße auswählen

In unserem regulären Titanzink-Sortiment stehen unterschiedliche Rinnengrößen zur Verfügung.

Die Größen werden traditionell unter anderem als „teilig“ beziehungsweise über die Rinnengröße RG bezeichnet.

Die Auswahl sollte immer zur geplanten Entwässerung passen und nicht nur danach erfolgen, welche Größe optisch gefällt.

Mehr dazu finden Sie unter Die richtige Dachrinnengröße für Ihr Dach finden.

3. Passenden Fallrohrdurchmesser wählen

Dachrinne und Fallrohr bilden gemeinsam ein Entwässerungssystem.

Deshalb sollte der Fallrohrdurchmesser nicht unabhängig von der Rinne gewählt werden.

Zum Fallrohrdurchmesser müssen anschließend auch folgende Bauteile passen:

  • Einhangstutzen,
  • Fallrohrbögen,
  • Fallrohre,
  • Fallrohrschellen,
  • Steckmuffen,
  • untere Anschlüsse.

Rinnengröße und Fallrohrdurchmesser nicht verwechseln

Die Größenangaben der Dachrinne und des Fallrohrs beschreiben unterschiedliche Bauteile.

Eine Dachrinne wird beispielsweise als 6-, 7-, 8- oder 10-teilig beziehungsweise über RG bezeichnet. Das Fallrohr wird dagegen nach seinem Rohrdurchmesser gewählt.

Beide Größen müssen bei einem Einhangstutzen beziehungsweise Übergang zur Fallrohrleitung zusammenpassen.

4. Dachrinne richtig ausmessen

Ist die Systemgröße gewählt, müssen die tatsächlichen Gebäude- und Rinnenmaße bestimmt werden.

Wichtig sind insbesondere:

  • Länge jeder Dachkante mit Dachrinne,
  • Position jedes Fallrohrs,
  • Fallrohrhöhe,
  • Dachüberstand,
  • Innen- und Außenecken,
  • unterer Fallrohranschluss.

Eine genaue Anleitung finden Sie unter Dachrinne richtig ausmessen.

5. Dachgeometrie berücksichtigen

Bei einem einfachen geraden Dachabschnitt besteht der Rinnenverlauf nur aus einer geraden Linie.

Bei komplexeren Gebäuden kommen zusätzliche Bauteile hinzu:

  • Innenwinkel,
  • Außenwinkel,
  • mehrere Rinnenabschnitte,
  • mehrere Fallrohre,
  • gegebenenfalls zusätzliche Sammelstellen.

Je komplexer die Gebäudeform ist, desto wichtiger wird eine vollständige Skizze beziehungsweise Konfiguration.

6. Welcher Dachrinnenhalter passt?

Der richtige Dachrinnenhalter hängt vor allem davon ab, wo die Rinne befestigt werden kann.

Mögliche Ausführungen sind beispielsweise:

  • Standard-Dachrinnenhalter: klassische starre Ausführung für geeignete Dachkonstruktionen.
  • Stirnbretthalter: direkte Befestigung an einem tragfähigen Stirnbrett.
  • Pytoflex® Stirnbrett: stirnseitige Befestigung mit verstellbarer Rinnenposition.
  • Pytoflex® Aufdach: verstellbare Befestigung von oben an einer geeigneten Dachkonstruktion.

Nicht die Optik des Halters, sondern Befestigungsuntergrund, Rinnengröße und gewünschte Einstellbarkeit sollten die Auswahl bestimmen.

7. Wie viele Dachrinnenhalter brauche ich?

Die benötigte Anzahl ergibt sich aus der tatsächlichen Verteilung entlang der Dachrinne.

Dabei müssen neben dem normalen Halterabstand auch Endbereiche, Rinnenstöße und Formteile berücksichtigt werden.

Mehr dazu finden Sie unter Wie viele Dachrinnenhalter benötige ich?.

8. Dachrinnenverbinder einplanen

Wird ein Rinnenabschnitt aus mehreren Einzelstücken aufgebaut, entstehen Rinnenstöße.

Passende halbrunde Dachrinnen können an solchen Stößen mit dafür vorgesehenen mechanischen Dachrinnenverbindern verbunden werden.

Dadurch lassen sich normale Rinnenstöße ohne eigene Lötverbindung herstellen.

Mehr dazu finden Sie im Ratgeber Dachrinne richtig verbinden.

9. Endstücke einplanen

Offene Rinnenenden müssen passend verschlossen werden.

Je nach Rinnenverlauf benötigen Sie:

  • linkes Endstück,
  • rechtes Endstück,
  • gegebenenfalls mehrere Endstücke bei getrennten Rinnenabschnitten.

Alternativ kann das Endstück bereits vor der Lieferung mit der Dachrinne verlötet werden.

10. Fallrohrposition festlegen

Die Position des Fallrohrs sollte nicht erst während der Montage entschieden werden.

Berücksichtigen Sie beispielsweise:

  • Dachfläche und Wasserweg,
  • Rinnengefälle,
  • Fenster und Türen,
  • Fassadenvorsprünge,
  • unteren Anschluss,
  • Zugänglichkeit.

Die Ablaufposition wird anschließend auf der Dachrinne markiert beziehungsweise bei einem vorbereiteten Rinnenstück bereits bei der Bestellung angegeben.

11. Einhangstutzen passend auswählen

Der Einhangstutzen verbindet die Dachrinne mit dem Fallrohr.

Er muss deshalb sowohl zur Rinnengröße als auch zum Fallrohrdurchmesser passen.

Zusätzlich wird eine passende Ablauföffnung in der Rinne benötigt.

12. Dachüberstand für die Fallrohrbögen berücksichtigen

Der Einhangstutzen liegt häufig weiter von der Fassade entfernt als das senkrechte Fallrohr.

Dieser Versatz wird mit Fallrohrbögen und gegebenenfalls einem Zwischenstück ausgeglichen.

Dafür sollten Dachüberstand, Bogenwinkel und Fallrohrdurchmesser bekannt sein.

13. Fallrohrschellen und Wandbefestigung auswählen

Das senkrechte Fallrohr wird mit Fallrohrschellen an der Fassade befestigt.

Entscheidend sind:

  • Fallrohrdurchmesser,
  • Wandaufbau,
  • Befestigungsuntergrund,
  • benötigter Wandabstand.

Je nach Einbausituation kommen beispielsweise Schellen mit Einschlagstift, M10-Stockschraube oder Wandplatte infrage.

14. Zubehör nur nach Bedarf ergänzen

Nicht jedes Dachrinnensystem benötigt jedes Zubehörteil.

Je nach Gebäude und Nutzung können zusätzlich sinnvoll sein:

  • Traufblech,
  • Laubschutz,
  • Laubfangsieb,
  • Regenwasserklappe,
  • Regentonnen-Füllautomat,
  • Standrohrkappe,
  • weitere Fallrohrformteile.

Das Zubehör sollte deshalb erst nach dem eigentlichen Grundsystem ausgewählt werden.

Dachrinne unbearbeitet oder vorbereitet bestellen?

Ein wichtiger Teil der Auswahl ist der gewünschte Vorbereitungsgrad.

Wenn Maße und Einbaulage bereits exakt feststehen, können bestimmte Arbeitsschritte schon vor der Lieferung ausgeführt werden.

Vier Dachrinnen-Ausführungen im Vergleich
Ausführung Passender Einsatzzweck Vor der Bestellung festlegen
Dachrinne ohne Vorbereitung Dachrinne ohne Vorbereitung Artikel ansehen → Gerade Abschnitte und Projekte, bei denen Endabschluss und Ablauf vor Ort hergestellt werden. Rinnengröße und benötigte Länge.
Dachrinne mit vorgelötetem Endstück Rinne mit vorgelötetem Endstück Artikel ansehen → Rinnenabschnitte, deren Endabschluss bereits fertig vorbereitet geliefert werden soll. Rinnengröße, Länge und linke oder rechte Endseite.
Dachrinne mit Ablauföffnung und Einhangstutzen Rinne mit Ablauföffnung & Stutzen Artikel ansehen → Wenn die Fallrohrposition bereits exakt feststeht und der Anschluss vorbereitet geliefert werden soll. Rinnengröße, Rinnenlänge, Ablaufposition und Fallrohrdurchmesser.
Dachrinne mit Endstück und Ablauf Rinne mit Endstück & Ablauf Artikel ansehen → Rinnenabschnitt mit bereits vorbereitetem Endabschluss und Fallrohranschluss. Rinnengröße, Länge, Endseite, Ablaufposition und Fallrohrdurchmesser.

Vorbereitete Dachrinnen können Montagearbeiten reduzieren. Je stärker ein Rinnenstück individualisiert wird, desto wichtiger sind jedoch exakt kontrollierte Maße.

Wann lohnt sich eine vorbereitete Dachrinne?

Vorbereitete Bauteile sind besonders interessant, wenn die Einbausituation bereits vollständig bekannt ist.

Ein vorgelötetes Endstück erspart beispielsweise den entsprechenden Arbeitsschritt vor Ort.

Eine vorbereitete Ablauföffnung kann sinnvoll sein, wenn die spätere Fallrohrposition exakt feststeht.

Sind Maße oder Positionen dagegen noch unsicher, bietet eine unbearbeitete Rinne mehr Spielraum bei der Montage.

Welche Dachrinne bei einer bestehenden Anlage?

Bei einer Reparatur oder Erweiterung sollte zuerst das vorhandene System bestimmt werden.

Prüfen Sie:

  • Rinnenform,
  • Rinnengröße,
  • Material,
  • Fallrohrdurchmesser,
  • Halterausführung,
  • Verbindungstechnik.

Neue Bauteile sollten zum weiterverwendeten Bestand passen.

Welche Dachrinne bei einer neuen Anlage?

Bei einem Neubau beziehungsweise einer vollständig neuen Dachentwässerung besteht mehr Freiheit bei der Auswahl.

Hier sollten Rinnengröße, Fallrohr, Haltersystem und Zubehör als zusammenhängendes System geplant werden.

Dabei ist es sinnvoll, zuerst die technischen Anforderungen zu klären und danach Optik und Zubehör auszuwählen.

Welche Dachrinne für Garage oder Carport?

Garage oder Carport benötigen nicht automatisch die kleinste Dachrinne.

Auch hier sollten Dachfläche und vorgesehene Entwässerung betrachtet werden.

Ein kleinerer Rinnenquerschnitt kann passend sein, wenn die tatsächliche Dachfläche und die Ablaufleistung dies zulassen – die Gebäudeart allein ist dafür aber kein ausreichendes Auswahlkriterium.

Dachrinne einzeln kaufen oder Komplettpaket?

Einzelteile eignen sich besonders, wenn eine bestehende Anlage ergänzt oder ein bestimmtes Bauteil ersetzt werden soll.

Für einen komplett neuen geraden Rinnenabschnitt kann dagegen unser Dachrinnen-Komplettpaket die Zusammenstellung erleichtern.

Dabei lassen sich die wesentlichen Parameter gemeinsam festlegen und passende Komponenten ergänzen.

Welche Angaben braucht das Komplettpaket?

Vor der Konfiguration sollten vor allem folgende Werte bekannt sein:

  • Rinnenlänge des geraden Abschnitts,
  • Rinnengröße,
  • Fallrohrposition,
  • Fallrohrhöhe,
  • Dachüberstand,
  • Fallrohrdurchmesser,
  • Halterausführung,
  • Fallrohrschellen beziehungsweise Befestigung.

Danach können Endstücke, vorbereitete Ablauföffnungen, Traufblech, Laubschutz und weiteres Zubehör nach Bedarf ergänzt werden.

Wann ist der 3D-Dachrinnen-Konfigurator besser?

Das Komplettpaket eignet sich besonders für einen geraden Rinnenabschnitt.

Bei komplexeren Gebäudeformen mit mehreren Dachseiten, Innen- und Außenecken oder mehreren Fallrohren ist eine zusammenhängende Planung sinnvoll.

Dafür steht unser 3D-Dachrinnen-Konfigurator zur Verfügung.

Nicht nur den Meterpreis der Dachrinne vergleichen

Beim Preisvergleich sollte nicht ausschließlich betrachtet werden, was ein Meter Dachrinne kostet.

Zum vollständigen System gehören je nach Projekt zusätzlich:

  • Dachrinnenhalter,
  • Rinnenverbinder,
  • Endstücke,
  • Innen- und Außenwinkel,
  • Einhangstutzen,
  • Fallrohrbögen,
  • Fallrohre,
  • Fallrohrschellen,
  • Zuschnitt oder vorbereitete Bauteile,
  • weiteres Zubehör.

Für einen sinnvollen Vergleich sollten deshalb vollständige Systeme mit ähnlichem Lieferumfang gegenübergestellt werden.

Häufige Fehler bei der Auswahl einer Dachrinne

  • Dachrinne ausschließlich nach der Trauflänge auswählen.
  • Automatisch die kleinste Rinnengröße für Garage oder Carport wählen.
  • Rinnengröße und Fallrohrdurchmesser miteinander verwechseln.
  • Fallrohrposition erst während der Montage festlegen.
  • Halter auswählen, ohne den Befestigungsuntergrund zu prüfen.
  • Innen- und Außenecken bei der Stückliste vergessen.
  • Nur den Meterpreis der Rinne vergleichen.
  • Zubehör bestellen, bevor das Grundsystem feststeht.
  • Vorbereitete Rinnen bestellen, obwohl Ablaufposition oder Endseite noch nicht eindeutig sind.
  • Bei einer Bestandsanlage neue Bauteile bestellen, ohne die vorhandene Systemgröße zu prüfen.

Dachrinne, Fallrohr, Halter und Anschlussbauteile als zusammenhängendes System planen. Rinnengröße und Entwässerungsleistung müssen zur tatsächlichen Dachfläche und Einbausituation passen. Maße und Sonderbearbeitungen vor der Bestellung sorgfältig kontrollieren. Arbeiten an Dach und Fassade nur mit sicherem Zugang und geeigneter Absturzsicherung durchführen.

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