Dachentwässerung montieren
Dachrinne selber montieren – Schritt für Schritt
Eine sorgfältige Vorbereitung erleichtert die Dachrinnenmontage. Legen Sie Verlauf, Abläufe und Befestigungsart fest, bevor Sie bohren oder zuschneiden. Die folgende Reihenfolge führt vom ausgerichteten Halter bis zum abschließenden Wassertest.
Eine Dachrinne lässt sich mit guter Vorbereitung auch Schritt für Schritt selbst montieren. Entscheidend ist, dass Rinnenverlauf, Fallrohrposition, Befestigungsart und Gefälle bereits vor dem Bohren oder Zuschneiden feststehen.
Bei einem passenden System können die geraden Rinnenstücke mit mechanischen Dachrinnenverbindern zusammengefügt werden, sodass normale Rinnenstöße ohne Löten ausgeführt werden können. Endstücke und Ablauföffnungen können außerdem bereits vorbereitet bestellt werden.
- Zuerst Rinnenverlauf, Ablauf und Fallrohrposition festlegen.
- Tragfähigen Befestigungsuntergrund für die Dachrinnenhalter bestimmen.
- Halter mit der geplanten Höhenlinie beziehungsweise dem Gefälle ausrichten.
- Rinnen einsetzen und Stöße mit passenden Verbindern schließen.
- Endstücke und Einhangstutzen montieren.
- Fallrohrbögen ausrichten und anschließend das senkrechte Fallrohr befestigen.
- Zum Schluss die komplette Anlage mit Wasser kontrollieren.
Dachrinne montieren – die Reihenfolge im Überblick
| Schritt | Arbeit | Darauf achten |
|---|---|---|
| 1. Ausmessen | Rinnenlänge, Fallrohrposition und Dachüberstand aufnehmen. | Maße vor dem Zuschnitt noch einmal kontrollieren. |
| 2. Halter planen | Befestigungsart, Halterpositionen und Höhenlinie festlegen. | Tragfähigen Untergrund und geplanten Ablauf berücksichtigen. |
| 3. Halter montieren | Dachrinnenhalter entlang der geplanten Linie befestigen. | Gleichmäßigen Verlauf ohne Gegenfälle oder Durchhänger herstellen. |
| 4. Dachrinne einsetzen | Rinnenstücke in die Halter einlegen. | Rinnengröße, Einbaurichtung und Zuschnitt prüfen. |
| 5. Rinnen verbinden | Rinnenstöße mit passenden Verbindern schließen. | Rinnenstücke vorher spannungsfrei ausrichten. |
| 6. Endstücke montieren | Offene Rinnenenden passend verschließen. | Linke und rechte Einbaulage beachten. |
| 7. Einhangstutzen einsetzen | Übergang von der Dachrinne zum Fallrohr herstellen. | Ablaufposition und Rohrdurchmesser kontrollieren. |
| 8. Fallrohr montieren | Bögen, Zwischenstück, Fallrohr und Schellen montieren. | Dachüberstand und senkrechte Rohrlinie berücksichtigen. |
| 9. Wassertest | Kompletten Wasserweg kontrollieren. | Auf Rückstau, Undichtigkeiten und Durchhänger achten. |
1. Dachrinne vor der Montage richtig ausmessen
Bevor Material zugeschnitten oder befestigt wird, sollte der komplette Verlauf der Dachrinne aufgenommen werden.
Benötigt werden insbesondere:
- Länge der Dachkante,
- Anzahl und Position der Fallrohre,
- Position von Innen- und Außenecken,
- Fallrohrhöhe,
- Dachüberstand zwischen Rinnenablauf und Fassade,
- geplanter unterer Anschluss des Fallrohrs.
Eine einfache bemaßte Skizze hilft dabei, Rinnenstücke, Verbinder und Formteile vor der Bestellung vollständig zu erfassen.
2. Benötigte Bauteile vor der Montage prüfen
Legen Sie alle Bauteile vor Beginn der Montage bereit und gleichen Sie sie mit Ihrer Stückliste ab.
Typischerweise werden benötigt:
- Dachrinnen,
- Dachrinnenhalter,
- Dachrinnenverbinder,
- Endstücke,
- gegebenenfalls Innen- und Außenwinkel,
- Einhangstutzen,
- Fallrohrbögen,
- Fallrohre,
- Fallrohrschellen,
- passende Befestigungsmittel.
3. Werkzeug für die Dachrinnenmontage
Welche Werkzeuge benötigt werden, hängt von Halterausführung und Befestigungsuntergrund ab.
Typische Hilfsmittel sind:
- Maßband,
- Markierstift,
- Richtschnur,
- Wasserwaage beziehungsweise geeignetes Messwerkzeug,
- passendes Schneidwerkzeug,
- Entgratwerkzeug,
- Bohr- und Schraubwerkzeug,
- geeignete persönliche Schutzausrüstung.
Befestigungsmittel sollten immer zum tatsächlichen Untergrund und nicht nur zum Halter passen.
4. Fallrohrposition vor den Dachrinnenhaltern festlegen
Bevor die Halterhöhen bestimmt werden, sollte feststehen, wo sich der spätere Einhangstutzen und damit der Ablauf befindet.
Dieser Punkt bildet normalerweise den Tiefpunkt des entsprechenden Rinnenabschnitts.
Bei der Position des Fallrohrs sollten unter anderem Fenster, Türen, Fassadenvorsprünge und der untere Wasseranschluss berücksichtigt werden.
5. Gefälle beziehungsweise Höhenlinie festlegen
Die Dachrinnenhalter bestimmen die spätere Höhenlage der Rinne.
Legen Sie deshalb zunächst Hoch- und Tiefpunkt fest und richten Sie die Halter anschließend entlang einer gleichmäßigen Linie aus.
Eine gespannte Richtschnur zwischen den Bezugspunkten kann die Ausrichtung erleichtern.
Mehr zur Gefälleplanung finden Sie unter Welches Gefälle braucht eine Dachrinne?.
6. Dachrinnenhalter montieren
Markieren Sie die vorgesehenen Halterpositionen und befestigen Sie die Halter am tragfähigen Untergrund.
Kontrollieren Sie währenddessen regelmäßig die Höhenlinie.
Achten Sie insbesondere auf:
- gleichmäßige Halterverteilung,
- sichere Befestigung,
- korrekte Rinnengröße,
- Hoch- und Tiefpunkt,
- Rinnenstöße und Formteile.
Welche Dachrinnenhalter passen?
Die richtige Halterausführung hängt vor allem davon ab, wo die Dachrinne befestigt werden kann.
| Dachrinnenhalter | Geeignet für | Darauf achten |
|---|---|---|
Standard-Rinnenhalter Artikel ansehen → |
Klassische Befestigung an einer dafür geeigneten Dachtraufe beziehungsweise Dachkonstruktion. | Starre Grundform. Vor dem Einsetzen der Rinne passend zur geplanten Höhenlinie ausrichten. |
Stirnbretthalter Artikel ansehen → |
Direkte stirnseitige Montage an einem geeigneten und tragfähigen Stirnbrett. | Kompakte starre Ausführung ohne verstellbares Pytoflex-Schiebegelenk. |
Pytoflex® – Stirnbrett Artikel ansehen → |
Stirnseitige Befestigung, wenn die Rinnenposition zusätzlich eingestellt werden soll. | Verstellbares Schiebegelenk und schwenkbarer Bügel ermöglichen eine flexible Ausrichtung. |
Pytoflex® – Aufdach Artikel ansehen → |
Befestigung von oben an einer dafür geeigneten Dachkonstruktion. | Dachaufbau, Zugänglichkeit und geeignete Befestigung vor der Montage prüfen. |
7. Dachrinne zuschneiden
Müssen Rinnenstücke gekürzt werden, sollte erst nach einer erneuten Kontrolle der Maße geschnitten werden.
Nach dem Zuschnitt:
- Schnittkante kontrollieren,
- Grate entfernen,
- Metallspäne beseitigen,
- Rinnenstück erneut probeweise einsetzen.
Unsaubere oder stark verformte Schnittkanten können die spätere Verbindung erschweren.
8. Dachrinne in die Halter einsetzen
Sind alle Halter montiert und ausgerichtet, können die Dachrinnenstücke eingesetzt werden.
Kontrollieren Sie dabei den vollständigen Verlauf, bevor die Rinnenstöße endgültig geschlossen werden.
Die Rinne sollte ohne unnötige Spannung in den Haltern liegen.
9. Dachrinne ohne Löten verbinden
Normale Rinnenstöße können bei geeigneten halbrunden Dachrinnen mit passenden mechanischen Dachrinnenverbindern ausgeführt werden.
Dazu werden die beiden Rinnenstücke zunächst korrekt zueinander ausgerichtet und anschließend mit dem vorgesehenen Verbinder geschlossen.
Der Verbinder sollte nicht verwendet werden, um schief montierte Rinnenstücke gewaltsam in Position zu ziehen.
Mehr dazu finden Sie unter Dachrinne richtig verbinden.
10. Innen- und Außenwinkel montieren
Bei Gebäudeecken werden passende Formteile verwendet.
- Innenwinkel: für eine zurückspringende Gebäudeecke.
- Außenwinkel: für eine vorspringende Gebäudeecke.
Die Winkel werden mit den angrenzenden geraden Rinnenabschnitten verbunden und bringen entsprechend zusätzliche Anschlussstellen mit.
11. Dachrinnen-Endstücke montieren
Offene Rinnenenden müssen passend abgeschlossen werden.
Dabei ist die Einbaurichtung wichtig: linke und rechte Endstücke sind nicht automatisch untereinander austauschbar.
Alternativ kann ein Rinnenstück bereits mit vorgelötetem Endstück bestellt werden. Dadurch entfällt dieser Arbeitsschritt vor Ort.
12. Einhangstutzen montieren
Der Einhangstutzen stellt den Übergang zwischen Dachrinne und Fallrohr her.
Dafür wird eine passende Ablauföffnung benötigt.
Vor dem Herstellen der Öffnung sollten noch einmal kontrolliert werden:
- Fallrohrposition,
- Rinnengröße,
- Fallrohrdurchmesser,
- Abstand zum Rinnenende,
- spätere Rohrführung an der Fassade.
Alternativ kann eine Dachrinne mit bereits vorbereiteter Ablauföffnung und Einhangstutzen bestellt werden.
13. Dachüberstand mit Fallrohrbögen ausgleichen
Der Einhangstutzen liegt aufgrund des Dachüberstands häufig weiter von der Fassade entfernt als das spätere senkrechte Fallrohr.
Dieser Abstand wird typischerweise mit zwei Fallrohrbögen und gegebenenfalls einem Zwischenstück überbrückt.
Die Länge des Zwischenstücks hängt unter anderem ab von:
- Dachüberstand,
- Bogenwinkel,
- Fallrohrdurchmesser,
- Einstecktiefen der Bauteile.
14. Fallrohr ausrichten
Montieren Sie die oberen Bögen zunächst probeweise und bestimmen Sie daraus die senkrechte Rohrlinie an der Fassade.
Erst wenn die Rohrführung feststeht, sollten die Fallrohrschellen endgültig positioniert werden.
Dadurch wird verhindert, dass das Rohr später seitlich in die Befestigungen gezogen werden muss.
15. Fallrohrschellen montieren
Die Fallrohrschellen halten die senkrechte Rohrleitung an der Fassade.
Neben dem Rohrdurchmesser ist vor allem der Untergrund entscheidend.
Je nach Gebäude können beispielsweise benötigt werden:
- Schelle mit Einschlagstift,
- M10-Schelle mit Stockschraube,
- M10-Schelle mit Wandplatte.
Befestigungsmittel müssen immer zum tragfähigen Wandaufbau passen.
16. Fallrohre zusammenstecken
Passende Fallrohrstücke können über vorhandene Muffen zusammengesteckt werden.
Eine zusätzliche Steckmuffe ist nur dort erforderlich, wo keine geeignete Rohrmuffe vorhanden ist, beispielsweise an bestimmten Zuschnitten.
Achten Sie darauf, dass das obere Bauteil das Wasser zuverlässig in das darunterliegende Rohr führt.
17. Unteren Fallrohranschluss herstellen
Am unteren Ende kann das Fallrohr beispielsweise in ein Standrohr oder eine andere vorgesehene Entwässerung übergehen.
Prüfen Sie:
- Fallrohrdurchmesser,
- Standrohrmaß,
- benötigte Standrohrkappe,
- freien Ablauf der weiterführenden Leitung.
18. Dachrinne nach der Montage testen
Zum Abschluss sollte die gesamte Dachentwässerung mit einer kontrollierten Wassermenge geprüft werden.
Beobachten Sie:
- ob Wasser zum Einhangstutzen gelangt,
- ob lokale Durchhänger vorhanden sind,
- ob Rinnenstöße dicht bleiben,
- ob Endstücke dicht sind,
- ob das Fallrohr frei abführt,
- ob am unteren Anschluss Rückstau entsteht.
Dachrinne komplett ohne Löten montieren?
Viele Arbeitsschritte lassen sich mit vorbereiteten Bauteilen und mechanischen Verbindern ohne eigene Lötarbeiten an normalen Rinnenstößen ausführen.
Dazu können beispielsweise kombiniert werden:
- mechanische Dachrinnenverbinder,
- Rinne mit vorgelötetem Endstück,
- Rinne mit vorbereiteter Ablauföffnung und Einhangstutzen,
- Rinne mit Endstück und vorbereitetem Ablauf.
Dadurch können besonders typische Löt- und Zuschnittarbeiten bereits vor der Lieferung reduziert werden.
Video-Anleitung:
Vorbereitete Dachrinnen erleichtern die Montage
| Ausführung | Was ist vorbereitet? | Was muss vorher feststehen? |
|---|---|---|
Dachrinne ohne Vorbereitung Artikel ansehen → |
Keine zusätzliche Vorbereitung von Endstück oder Ablauf. | Bearbeitung erfolgt bei Bedarf selbst vor Ort. |
Rinne mit vorgelötetem Endstück Artikel ansehen → |
Rinnenende ist bereits fertig verschlossen. | Linke oder rechte Endseite und benötigte Länge. |
Rinne mit Ablauföffnung & Stutzen Artikel ansehen → |
Ablauföffnung und Einhangstutzen sind vorbereitet. | Exakte Ablaufposition, Rinnengröße und Fallrohrdurchmesser. |
Rinne mit Endstück & Ablauf Artikel ansehen → |
Endabschluss und Fallrohranschluss sind vorbereitet. | Länge, Endseite, Ablaufposition und Fallrohrdurchmesser. |
Dachrinne als Komplettpaket montieren
Für einen einzelnen geraden Dachrinnenabschnitt kann unser Dachrinnen-Komplettpaket die Planung vereinfachen.
Dabei werden unter anderem:
- Rinnenlänge,
- Rinnengröße,
- Fallrohrposition,
- Fallrohrhöhe,
- Dachüberstand,
- Fallrohrdurchmesser
gemeinsam festgelegt und die benötigten Systemteile entsprechend zusammengestellt.
Wann ist der 3D-Dachrinnen-Konfigurator sinnvoll?
Für komplexere Gebäudeformen mit mehreren Dachseiten, Innen- und Außenecken oder mehreren Fallrohren eignet sich der 3D-Dachrinnen-Konfigurator.
Dort kann der komplette Rinnenverlauf zusammenhängend geplant werden.
Häufige Fehler bei der Dachrinnenmontage
- Fallrohrposition erst nach der Haltermontage festlegen.
- Halter ohne vorher festgelegte Höhenlinie montieren.
- Rinnenstücke mit dem Verbinder gewaltsam ausrichten.
- Schnittkanten nicht entgraten.
- Innen- und Außenwinkel verwechseln.
- Endstück auf der falschen Seite bestellen.
- Ablauföffnung herstellen, bevor die Fallrohrposition eindeutig feststeht.
- Fallrohrschellen montieren, bevor die Bogenführung ausgerichtet wurde.
- Steckmuffen unnötig an jeder Rohrverbindung einsetzen.
- Nach der Montage keinen vollständigen Wassertest durchführen.
Arbeiten an Dach und Fassade nur mit sicherem Zugang und geeigneter Absturzsicherung durchführen. Befestigungsmittel müssen zum tragfähigen Untergrund passen. Maße, Sonderbearbeitungen und Fallrohrpositionen vor dem Zuschneiden beziehungsweise Bestellen sorgfältig kontrollieren. Bei unsicherem Dachaufbau oder schwer zugänglichen Bereichen einen Fachbetrieb hinzuziehen.
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